B U S I N E S S

FOUNDERS LETTER

#WEDAERETOGETHER


GEDANKEN DER GRÜNDERINNEN ZU COVID-19

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Unsere ganz persönlichen Gedanken zur aktuellen Situation

Als junge Initiative, noch dazu mit der Fokussierung Menschen über Events zusammenzubringen, trifft uns die aktuelle Lage natürlich unmittelbar. So mussten wir uns erst einmal ein paar Tage nehmen, um die Situation zu verarbeiten.

Auch wir müssen unsere Event-Planungen für 2020 schweren Herzens für’s Erste auf Eis legen. Das hat uns - und tut es noch - an der einen oder anderen Stelle ordentlich weh getan, wo wir doch in den vergangenen Wochen und Monaten so viel Zeit und vor allem Liebe in die Planung neuer Events und Formate gesteckt haben.

Gleichzeitig beobachten wir mit viel Neugier und Zuversicht, wie viel Kreativität und Solidarität aus der Krise entsteht. Auch wir arbeiten auf Hochtouren an alternativen Ideen und Kooperationen und hoffen, dass wir uns alle auch in Zukunft immer besser digital miteinander austauschen und vernetzen können.

Wir wissen, unsere Community besteht aus unterschiedlichen Frauen verschiedener Branchen und Lebensrealitäten und dass euch COVID-19 jeweils individuell trifft. Auch wir drei sind mit unseren Backgrounds ganz unterschiedlich betroffen: Annika als Freelancerin, Isabell als Unternehmerin und Kinga als Angestellte und Führungskraft. Daher haben wir uns dazu entschlossen, unsere ganz persönlichen Worte und Ratschläge an euch zu richten.

Eines eint uns alle auch in der Zeit von Social Distancing - ein starkes Netzwerk und ehrlicher Dialog! Wir möchten euch an dieser Stelle unsere Solidarität und Hilfe anbieten und von Herzen sagen: wir sind für euch da, kontaktiert uns, wenn ihr Support benötigt!

Passt auf euch auf!

Eure Annika, Isabell & Kinga

#WeDaereTogether

Annikas persönliche Worte an Freelancerinnen

Als Freelancerin trifft mich diese Krise auf der einen Seite mit voller Härte auf der anderen Seite in keinster Weise. Klingt komisch, ist aber so. Als Social Media Managerin für Lifestyle Kunden arbeite ich schon immer digital und vom Homeoffice aus. Zwei entscheidende “Vorteile” in der aktuellen Situation, denn an meinem Alltag hat sich überschaubar viel geändert. Andererseits ist die Mode und Lifestyle Branche unmittelbar betroffen - denn um Lifestyle gehts grad wirklich nicht.

Glücklicherweise sind meine Bestandskunden allesamt sehr stabil am Markt und nehmen meine Dienstleistungen nach wie vor in Anspruch, trotzdem stelle ich mir die Frage wie lange sie dies noch können. Parallel liegen alle Neukundengespräche bereits auf Eis. Darunter befinden sich Kunden von denen ich schon lange träume und Projekte auf deren Umsetzung ich sehr stolz gewesen wäre. Von den finanziellen Einbußen wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht anfangen, dafür reicht mein Weinvorrat nicht.

Jeden Tag aufs Neue habe ich sehr ambivalente und stets schwankende Gefühle, die mich begleiten. Ich möchte mich nicht beschweren, denn wenn ich mich bei meinen kreativen und freischaffenden Kolleginnen umschaue sieht es oft deutlich schlimmer aus. Ich würde gerne mehr tun, mehr machen, mehr initiieren und mich in meinen typischen Anni-Aktionismus stürzen und merke im nächsten Moment, wie wenig Einfluss wir auf die aktuelle Situation nehmen können.

Nehmt finanzielle Hilfe in Anspruch

Ganz egal wie es euch gerade finanziell geht, wir alle wissen nicht was die Zukunft bringt. Daher mein Credo: schon jetzt in Anspruch nehmen was an Möglichkeiten da ist! Ihr seid in der Künstlersozialkasse? Dann senkt euer prognostiziertes Jahreseinkommen auf eine realistische Summe! Ihr seid nicht drin? Dann nutzt die Zeit um jetzt reinzukommen. Wer Hilfe braucht, meldet sich bitte gern bei mir. Außerdem empfehle ich mit eurer Steuerberaterin zu sprechen und bestenfalls eine Stundung aller Steuerzahlungen zu beantragen.

Nutzt euer Netzwerk und werdet kreativ!

Durch diese beiden Maßnahmen sollten euch die monatlich größten beruflichen Kostenblöcke erst einmal genommen werden. Das verschafft eurem Geist und Kopf Freiraum, um nach kreativen Lösungen für eure momentane Situation zu suchen. Und als Social Media Managerin kann ich es nur immer wieder betonen: nutzt Soziale Medien, werdet dort kreativ, bildet Banden mit Gleichgesinnten und zeigt was ihr könnt! Es wird sich auszahlen, finanziell wie emotional!

Isabells persönliche Worte an Unternehmerinnen

Wie geht es meinen Lieben, wie kann ich andere in dieser Zeit unterstützen und wie sieht die Zukunft für uns als Gesellschaft aus? Alle Gedanken in meinem Kopf wurden in den letzten Wochen gefühlt in einen Mixer geschmissen und kräftig durchgemixt. Kein Wunder also, dass ich konstant zwischen Aktionismus und kompletter Leere hin und her schwinge.

Mich als E-Commerce Unternehmerin hält Covid-19 schon seit mehreren Wochen auf Trab. Von Lieferproblemen durch die weltweit verbundenen Lieferketten bis hin zu persönlichen Schicksalen von Partnern – alles ist dabei und zehrt an Nerven, Herz und Leistungsfähigkeit. Wie die meisten kleinen Unternehmen lagere ich Teile der Supply Chain aus und bin so den derzeitigen Entwicklungen ohne viele Handlungsmöglichkeiten ausgesetzt. Oft denke ich an Bekannte aus dem stationären Handel, die aktuell enorme Herausforderungen zu meistern haben.

Fokus, Fokus, Fokus

In Zeiten von Unsicherheit ist es wichtiger denn je sich auf die langfristigen Unternehmensziele zu fokussieren. So kann man aus dem aktuellen Rauschen rauszoomen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das heißt auch, unwichtige Dinge einfach mal nicht zu tun wenn gerade keine Kraft dafür da ist. Mit klarem Fokus findet ihr Ruhe und positive Energie und könnt dies auch an Partner und Kunden ausstrahlen. Allerdings braucht man auch Flexibilität. Denn jetzt heißt es Strategien anpassen, mal um die Ecke denken und auch mit weniger als 100% zufrieden sein.

Kennt eure Finanzen

Mein zweiter Tipp: Know your numbers! Zahlen lassen wenig Raum für Interpretation und geben so Sicherheit. Was sind eure größten Kostentreiber und wie sieht eure Liquidität aus? Von diesem konkreten Wissen kann man ableiten, wie man sich in jedem Szenario verhalten muss. Wenn es euch beim Thema Zahlen kalt den Rücken herunter läuft, sucht euch Menschen aus eurem Netzwerk, denen ihr vertraut! Partner wie eure Steuerberaterin oder andere Unternehmerinnen können euch dabei helfen eure Gedanken zu sortieren. Natürlich könnt ihr auch gerne auf mich zukommen - ich freue mich immer über Austausch und neue Anregungen.

Kingas persönliche Worte an Angestellte

Ich bin heute den 14. Tag in Folge im Homeoffice. So viele Tage schaffe ich sonst vermutlich auf’s ganze Jahr gerechnet. Nun sitze ich hier provisorisch ausgestattet an meinem Wohnzimmertisch, führe 12 Video Calls täglich und bin erstaunt, wie schnell sich der Mensch anpasst. Was mir dennoch fehlt sind meine Routinen: Daily Walks ins Office, Lunches und Coffee-Breaks mit meinen Lieblingskollegen.

Bisher spüre ich persönlich weder finanzielle noch gesundheitliche Ängste. Dennoch sauge ich als empathischer und risikoaverser Mensch alles um mich herum auf, von Freunden, Familie und über diverse Medien. Mein erster Impuls war es, Menschen, die mir nahe sind und bei denen ich ganz konkret das Gefühl habe, sie könnten direkt von der Krise betroffen sein, proaktiv meine Unterstützung anzubieten. Mein zweiter Impuls war der Blick auf das eigene Konto. So komisch es sich vielleicht anhört, vor allem mein finanzieller Puffer mit Erspartem ist es, der mich aktuell gut schlafen lässt und mir das Gefühl vermittelt, auch für andere dahingehend eine Stütze sein zu können.

Kommunikation, Führung und Kultur sind wichtiger denn je

Auch wenn wir Festangestellte aktuell noch privilegiert sind, langsam höre ich die Angst vor Kurzarbeit oder Kündigung vermehrt in meinem Umfeld. Je nachdem in welcher Position ihr seid und wie groß und hierarchisch das Unternehmen ist, in dem ihr arbeitet, fehlen oft direkte Kommunikationswege. Das schürt Unsicherheit. Die ungewohnte räumliche Distanz befeuert dies, da wir zu Hause sitzen und die Stimmung im Unternehmen nicht wie gewohnt spüren können. Mein Ratschlag: stellt euren Vorgesetzten konkrete Fragen zur finanziellen Lage eures Unternehmens. Natürlich kann aktuell niemand in eine Glaskugel gucken, aber eine ehrliche Momentaufnahme und Transparenz kann unglaublich hilfreich sein.

Kurze informelle Daily Check Ins mit dem Team helfen dabei auch zwischen den Zeilen zu lesen. Oft vergessen wir unter dem Druck der aktuellen Lage, dass es hier vor allem um Menschen geht. Fragt nicht nur danach, wie es den Kunden und Geschäftspartnern eurer Angestellten geht, fragt vor allem nach, wie sich euer Team fühlt und was ihnen die Arbeit in der aktuellen Situation erleichtern würde. Erlaubt euch auch mal mit den Kollegen einfach nur zu plaudern und zu fragen, wie es den anderen geht. Ersetzt die spontanen Treffen in der Kaffeeküche durch Video-Coffee-Dates und tauscht euch dabei auch mit Kollegen anderer Teams aus. Das hilft euch einen Gesamtüberblick der Lage zu bekommen.

Nehmt eure mentale Gesundheit ernst

In manchen Unternehmen gibt es bereits Krankentage für Mental Health. Ich bin mir darüber im Klaren, dass dies absolute Ausnahmen sind. Was ich euch damit aber sagen möchte: nehmt eure Gesundheit ernst! Wenn ihr euch aktuell nicht dazu in der Lage fühlt zu arbeiten, sprecht mit eurem Vorgesetzten offen und vertrauensvoll darüber. Es ist völlig ok, dass uns die aktuelle Situation jeden Menschen individuell belastet und wir uns nicht zu 100% arbeitsfähig fühlen.

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