P E R S O N A L D E V E L O P M E N T

EMOTIONEN UND TEAMWORK


IM INTERVIEW MIT ANNIKA BRIX UND EWELINA BÜNGER-FEIL

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Wie können wir zusammen individuell glücklich sein?

Die Idee, sich gemeinsam selbstständig zu machen, entstand aus ihrer Leidenschaft heraus: Annika und Ewelina lieben es, selbst Visionen zu kreieren und umzusetzen. In ihrer Agentur haben sie eine Kultur und Struktur kreiert, die ihnen die Möglichkeit gibt, ihre persönlichen Werte mit Marken zu verbinden.

Wer Annika und Ewelina begegnet spürt, ihr Verhältnis zueinander ist besonders. Sie wirken aufeinander abgestimmt, mit sich im Reinen, geben sich gegenseitig Raum. Vor 8 Jahren haben sie sich als Kolleginnen kennengelernt, 2018 folgte die Gründung der gemeinsamen Agentur Oracelle. Dabei sagen sie von sich selbst, ihre Beziehung folge dem weiblichen Prinzip - zyklisch und intuitiv. "Uns ist sehr bewusst, dass Beziehungen und der Status Quo sich verändern können und das sollen sie auch dürfen, also z.B. zusammenlaufen und auseinandergehen. Dabei vertrauen wir uns und unseren Entscheidungen als Team."


__D A E R E : Wer hohe Erwartungen an sich selbst hat, projiziert diese oft unbewusst auch auf das Gegenüber. Wie schafft ihr es, euch gegenseitig den Freiraum zu geben, den die andere braucht, um sich als Mensch individuell zu entwickeln?

A N N I K A & E W E L I N A : Das war schon ganz früh in unserer gemeinsamen Karriere immer Thema: “Wie können wir zusammen individuell glücklich sein?”

Wir haben Oracelle gegründet und von Anfang an die Möglichkeit mit einbezogen, dass jede andere Pläne entwickelt, eine von uns ein anderes spannendes Angebot bekommt oder das Unternehmen in etwas ganz anderes transformiert. Dabei haben wir uns nur versprochen, gemeinsam verantwortlich einen Weg zu finden, der für beide - und für unser Team - funktioniert. Gerade hatten wir so eine Situation sogar ganz aktuell und konnten uns quasi dem “Proof of Concept” stellen. Wir würden es allzu gern verraten, doch leider können wir darüber noch nicht offiziell sprechen.

"Wir glauben fest an die durchdringende Energie von Integrität und Intention."

A N N I K A B R I X U N D

E W E L I N A B Ü N G E R - F E I L

__D A E R E : Wir kennen das alle: Nervenaufreibende Projekte, Frust oder Stress. Nicht selten entsteht daraus schlechte Laune, eine gedrückte Stimmung oder gar ein kleiner oder größerer Wutausbruch. Welche Rollen spielen Emotionen bei Oracelle? Wie würdet ihr eure Kommunikationskultur beschreiben?

A N N I K A & E W E L I N A : Emotionen spielen bei uns eine große Rolle - durch sie können wir erkennen und lernen. Im Alltag ist nicht immer Zeit dafür, darum haben wir zu Anfang und Ende der Woche feste Räume geschaffen: Check-in und Check-out. Zu diesen Terminen tauschen wir uns gemeinsam im Team über unsere Aufgaben und spezielle Situationen aus, aber auch private Themen, die uns beschäftigen. Damit finden Erfolge Platz und auch Herausforderungen. Jede*r berichtet so viel oder wenig, wie sie/er mag. So können wir jede*n da treffen, wo sie/er steht.

Kochen Emotionen akut über, nehmen wir uns - alleine oder im Team - Zeit, sie auszusprechen und zu reflektieren. Fragen, die wir uns dabei stellen, sind: Was führte zu dieser Situation? Woher kommt die starke Emotionalität? Müssen konkrete Dinge angepasst werden oder kann man vielleicht eine neue Perspektive gegenüber der Situation einnehmen?

__D A E R E :​ Wie schafft ihr es, emotionale Angriffe nicht persönlich zu nehmen? Habt ihr Tipps, wie wir lernen können uns emotional abzugrenzen?

A N N I K A & E W E L I N A : “Angriffe” gibt es nicht so oft, aber Konflikte kommen vor. In so einem Fall versuchen wir, uns erst einmal bewusst zu machen, dass ein “Angriff” häufig nur als solcher aufgefasst wird, oder eine emotionale Überforderung ausdrückt.

Sobald wir das für uns geklärt haben, entscheiden wir: Möchten wir uns in die Situation involvieren? Das ist eine essentielle Erkenntnis für uns: Wir müssen nicht jede Situation annehmen, sondern dürfen auch Grenzen ziehen.

Entscheiden wir, in die Situation zu gehen, versuchen wir, Kontakt herzustellen und Klarheit zu gewinnen: Wie stellt sich die Situation für uns und die andere Person dar? Welche Annahmen trifft jede*r über die Situation? Wo liegt der Stressor? Woher stammen Druck/Angst oder der Konflikt? Wenn wir das herausgefunden und besprochen haben, ist die Emotionalität meist schon aufgelöst.

Dann überlegen wir: Welche Optionen haben wir? Welche Lösung können wir kreieren, die innerhalb der Situation den bestmöglichen “Outcome” generiert. So haben wir schon viele Konflikte gemeinsam gelöst und häufig konnten wir - und die zwischenmenschliche Beziehung - daran wachsen.

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