P E R S O N A L D E V E L O P M E N T

SELBSTWERT-

GEFÜHL


IM INTERVIEW MIT CHRISTINA DANETZKY

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Warum es sich lohnt aktiv am eigenen Selbstwert zu arbeiten

"Lange Zeit war ich der Beifahrer meines eigenen Lebens." Ich würde lügen, würde ich behaupten, auf Anhieb verstanden zu haben, was Christina mir mit diesem Satz sagen wollte. Wie ich auf sie gestoßen bin, kann ich heute nicht mehr sagen. Ich vermute stark, es hat mit meiner Liebe zu Matchatee zu tun, denn Christina ist Podcasterin und Online Editorin von Matcha Mornings, einem Magazin rund um holistische Gesundheit, Wellbeing und moderne Spiritualität. Aber vor allem ist Christina erbarmungslos selbstreflektiert, was mich besonders beeindruckt.

Wie sie den Weg zu sich selbst gefunden hat, warum ein gesundes Selbstwertgefühl für sie der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben ist und was der Unterschied zwischen der sogenannten Opfer- und Schöpfermentalität ist, davon hätte Christina vermutlich noch stundenlang erzählen können. Am Ende hatten wir die größte Mühe damit, das Interview Newsletter-fähig herunterzukürzen.


__D A E R E : Was ist eigentlich Selbstwert und warum glaubst du, ist es überhaupt von Relevanz, ein gesundes Selbstwertgefühl zu haben?

C H R I S T I N A : Selbstwert ist der Wert, den wir uns selbst beimessen. Ein gesundes Selbstwertgefühl ist in großem Maße entscheidend für unsere Chance auf Selbstverwirklichung und Entfaltung unseres Potentials. Umgekehrt hemmt uns ein negatives Selbstwertgefühl in unserer Entwicklung.

Ich selbst war früher nur die Beifahrerin in meinem eigenen Leben. Ich habe mein Leben passieren lassen, statt es aktiv mitzugestalten und mich selbst lange klein gehalten. Schritt für Schritt habe ich das geändert. Man unterscheidet hier auch zwischen Opfer- und Schöpfermentalität. 

"Ein gesundes Selbstwertgefühl ist entscheidend für unsere Chance auf Selbstverwirklichung."

C H R I S T I N A D A N E T Z K Y

__D A E R E : Meine Mutter sagte mal zu mir, ich sei als Kind nicht gelobt worden, weil meine Eltern Sorge hatten, ich könnte “eingebildet” werden. Glaubst du, man kann “zu selbstbewusst” sein?

C H R I S T I N A : Dafür müssen wir vorher noch mehr schärfen was “selbstbewusst” eigentlich bedeutet. Eigentlich heißt es ja nur, dass du dir deiner selbst bewusst bist, deiner Stärken sowie auch Schwächen. Für mich handelt es sich bei Selbstbewusstsein und Arroganz um zwei unterschiedliche Energien. Ich glaube viele von uns verkennen, was es heißt selbstbewusst zu sein. Das hat nämlich rein gar nichts mit Arroganz zu tun, sondern viel mehr mit dem Erkennen und Annehmen von dir Selbst.

__D A E R E : Ich hab immer wieder festgestellt, dass ich mich besonders von Menschen angezogen fühle, die ein natürliches Selbstbewusstsein ausstrahlen. Menschen, die eine starke Haltung haben - egal ob ich diese teile oder nicht - und sich abgrenzen können. Ich glaube ich kann es zusammenfassen in: Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind. Wie können wir lernen, selbstbewusst zu sein?

C H R I S T I N A : Fragt euch regelmäßig: Was gibt mir Energie? Und was raubt mir Energie? Versucht euch auf die Personen zu konzentrieren, die es gut mit euch meinen und setzt euren Fokus auf das, was euch gut tut.

Zudem versuche ich mithilfe von Meditation regelmäßig eine Idealvorstellung meines “Zukunfts-Ich” zu visualisieren und manifestieren. Veränderung bedeutet ein "größeres" Denken und Handeln über die derzeitigen Umstände und unser gegenwärtiges Umfeld hinaus. Je besser wir uns unsere Zukunft vorstellen können, desto mutiger werden wir.

Eine sehr wirkungsvolle, professionelle Methode ist auch die sogenannte "Innere Kind und Schattenarbeit". Schatten nennt man die verdrängten Teile unserer Persönlichkeit, die wir abgelegt haben, weil sie anders waren. Es sind oft aber genau die Aspekte, die uns einzigartig machen. Es wird versucht festgefahrene Persönlichkeits- und Gedankenmuster zu erkennen, zu hinterfragen und gegebenenfalls aufzulösen.

__D A E R E : Social Media ist für viele ein großes Thema, wenn es um das eigene Selbstwertgefühl geht. Selbst wenn wir uns darüber bewusst sind, dass nur ein Bruchteil dessen preisgegeben wird, was Menschen in Wahrheit erleben, bei anderen sieht die Welt immer ein kleines bisschen bunter und aufregender aus. Wie schaffen wir es, uns davon freizumachen und zu vergleichen?

C H R I S T I N A : Menschen, die du auf ein Podest hebst und die deiner Meinung nach ein Traumleben führen, haben genauso viel Potential, aber auch Schwächen, wie du selbst. Der einzige Unterschied ist vermutlich, dass sie sich nicht von inneren Widerständen aufhalten lassen. Dennoch sollte uns klar sein, wirklich jede*r hat mit Unsicherheiten zu kämpfen. Es hilft, wenn wir versuchen uns die Menschlichkeit in jedem Menschen klarzumachen.

Vieles, was uns eifersüchtig macht, ist ein Spiegel, um zu verstehen: “Okay, da gibt es noch Arbeit zu tun.” Je mehr wir auf uns selbst achten, je gesünder unser eigener Selbstwert, desto weniger empfinden wir andere Menschen als "Bedrohung" und schaffen es, sie und uns selbst zu empowern.

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